Sozial, regional, ökologisch und nachhaltig

Auf dem Erlebnisbauernhof in Absberg wird seit 1992 sozial-ökologische Landwirtschaft betrieben - doch das Hof-Konzept bietet weit mehr als das.

Der seit 1920 unter der Leitung von Regens Wagner Absberg stehende Müßighof bietet Menschen mit Behinderung Wohnmöglichkeiten und Arbeitsplätze in der Landwirtschaft, im Kreativbereich, im Hofladen und im Bistro. Seit Eröffnung letztgenannter Anbauten ist der Müßighof darüber hinaus ein in der Region ebenso bekanntes wie beliebtes Ausflugsziel. Direkt am kleinen Brombachsee gelegen bietet der sozial-ökologisch betriebene Erlebnisbauernhof großen und kleinen Gästen Entspannung und Naturerlebnis pur. Ernteerzeugnisse gehen zudem an Gastwirtschaften der Region und an die Großküche, welche kirchliche Einrichtungen und auch das Hof-Bistro mit Speisen versorgt.

Kurze Transportwege garantieren Frische

Beim Anbau wird darauf geachtet, dass dieser saisonal und ökologisch sinnvoll ist. So wird im Winter z. B. Feldsalat angebaut, da dieser sehr wenig Energie zum Wachstum benötigt, dafür jedoch keine Tomaten oder Blattsalate. Kurze Transportwege garantieren höchstmögliche Frische und Qualität. „Dafür genießen wir auch eine gewisse Wertschätzung bei unseren Kunden“, weiß Thomas Pelz, Betriebsstättenleiter des Müßighofs. Weil die Pflanzen voll ausreifen, können Obst und Gemüse mehr Vitamine und Mineralstoffe aufbauen und schmecken besonders gut und dies zu Preisen, die oftmals unter jenen von Importware liegen.

Bereits 1992 stellte der Müßighof auf Bio um, seit 2013 gehört er dem Biokreis an. Im Bereich Lebensmittel arbeitet der Müßighof darüber hinaus eng mit seinen Regionalbuffet-Partnern zusammen, einem Zusammenschluss regionaler Direktvermarkter und Gastronomen. So sind im Hofladen neben den eigenen erzeugten Produkten auch viele Lebensmittel von Regionalbuffet-Betrieben im Sortiment zu finden.

Arbeitsplatz für 12 Menschen mit Behinderung

Auf rund 143 ha Betriebsfläche werden neben Getreide, Feldfutter, Obst, Gemüse und Hackfrüchte angebaut – alles streng auf ökologischer Basis. So kommen in den sechs Gewächshäusern und vier Folientunneln Nützlinge für die Bekämpfung von Schädlingen zum Einsatz. Die Energie für die Gewächshäuser stammt von einer Hackschnitzelheizung, welche mit Holz aus der Umgebung befeuert wird. Die Düngung erfolgt ausschließlich mit Gülle und Mist von den eigenen Rindern. Der Hof ist für seine Mutterkuhhaltung von Fränkischem Gelbvieh mit Ochsenmast bekannt, Gleiches gilt für die artgerechte Haltung von Gänsen. Auch Forstwirtschaft wird betrieben. Aktuell arbeiten zwölf Menschen mit Behinderung unter fachlich pädagogischer Leitung in der Landwirtschaft mit. Die Aufgabenverteilung wird dabei auf das Leistungsvermögen jedes einzelnen abgestimmt. Neben tierpflegerischen Aufgaben liegt der Schwerpunkt auf Arbeiten im Gemüsebau. Dazu gehört die Saat und Aufzucht von Pflanzen, die Pflege von Kulturen und verschiedene Erntearbeiten auf dem Acker und im Gewächshaus. Hinzu kommen jahreszeitunabhängige Aufgaben, wie die Instandhaltung der Gewächshäuser, die Herstellung von Kletterhilfen für Tomaten, Gurken und Paprika oder die Nachbereitung bei der Gehölzpflege.

Seit 20 Jahren Lehranstalten-Partner

Seit 20 Jahren ist der Müßighof zudem Kooperationsbetrieb der Landwirtschaftlichen Lehranstalten Triesdorf. Seit dieser Zeit haben zahlreiche Schülerinnen und Schüler beziehungsweise Studentinnen und Studenten ihr Pflicht- Praktikum auf dem Hof absolviert, oft in Verbindung mit der Anfertigung einer wissenschaftlichen Facharbeit.

Unterstützt wird das Konzept des Erlebnisbauernhofs durch die Einbindung in die bildende Öffentlichkeitsarbeit. Müßighofmitarbeiterin Margit Rohm erklärt bei ihren Hofführungen die auf dem Hof anfallenden Arbeiten, zeigt Besuchern die Äcker und Gewächshäuser und informiert über die Besonderheiten des Hofs. Die zertifizierte Erlebnisbäuerin organisiert und betreut darüber hinaus zahlreiche Kreativ-Angebote für Kinder sowie Eseltrekkings für externe Besucher. Die Verkostung von frischem Obst und Gemüse gehört dabei zum Standard. „Das schmeckt aber lecker“, ist ein häufig genannter Ausspruch bei großen und kleinen Gästen. „Natürlich erkläre ich dann, weshalb das so ist“, sagt Margit Rohm und unterstützt damit das Bewusstsein für schmackhafte, gesunde, regionale und ökologisch produzierte Bio-Produkte und das kleine „Ökosystem“ Müßighof.

 

 


Bereichsleitung Landwirtschaft

Albert Strobl
Müßighof 1
91720 Absberg
Tel.: 09175 909-390
Fax: 09175 909-392
albert.strobl@regens-wagner.de

 

Mitgliedschaften/Zertifikationen:

Logo Lernort Bauernhof 

 

Logo Erlebnisbauernhof

 

Logo Landerlebnisreisen